Zenit St. Petersberg — Spirit and Friends

Zenit St. Petersberg — Spirit and Friends

4 - 2
Spielzeit

Spielberichte

Spielbericht Zenit St. Petersberg:

Spielbericht Spirit and Friends:

Montag 13.11.2018 Uniliga Erfurt, es treffen aufeinander Zenit St. Petersberg und Spirit and Friends. Auf den ersten Blick kein berichtenswertes Ereignis, bei genauerer Betrachtung jedoch durchaus bemerkenswerte Szenen auf wie neben dem Platz. Anfangspunkt des Berichts deswegen nicht gleich Anpfiff des Spiels, sondern der Treffpunkt von Spirit and Friend in der seit Dekaden ungelüfteten Kabine des FC Erfurt Nord. Der Trainer von Spirit – von vielen nicht zuletzt aufgrund untenstehender Ereignisse als Erfurter Fußballvisionär und Vordenker seiner Zeit gehandelt – warf vor Spielbeginn eine revolutionäre Systemänderung in die Runde. 2-4-1 statt 3-3-1. Sichtlich erschlagen von diesen Gedanken widmete sich die Mehrheit der Mannschaft dem überstülpen der Stutzen und dem Anlegen der Schienbeinschonern ohne sich weiter mit der vorgeschlagenen Systemänderung auseinanderzusetzen. Unbeeindruckt von der Gleichgültigkeit seiner Spieler empfahl der Trainer über die Änderung in einem Akt gelebter Demokratie abzustimmen. Doch auch dieser Vorschlag des Fußball-avangardisten R.M. prallte an seiner Truppe ab wie Phillip Lahm an Peter Crouch im Luftduell, sodass schwer zu sagen ist, ob der Vorschlag von allen Manschaftsteilen überhaupt ansatzweise zur Kenntnis genommen wurde. Erschwerend kam hinzu, dass nun andere Themen, wie die Exzesse des letzten Wochenendes, das Abendbrot unseres 6ers und der neue Fangesagt der frankfurter Fanszene – in dem Adi Hütter gehuldigt und Mütter gefickt werden – für diskussionswürdiger befunden wurden, sodass die Mehrheitsfähigkeit der Idee bis heute ungeklärt bleibt. Wahrscheinlich war sein Team einfach noch nicht bereit für Veränderung, weshalb an dem zwar unerfolgreichen aber zumindest bekannten 3-3-1 festgehalten wurde. Selbstredend, dass auch die Favoritenrolle im obligatorischen Kurzbesprechungs- und Einschwörungskreis auf dem Platz kurz vor Anpfiff – der Schiri wartet schon mit gereiztem Blick auf seine Uhr am Mittelkreis – abermals dem Gegner zugesprochen wurde.

Kaum hatten sich alle Freunde des Spirit Teams aus der Umklammerung des beschwörenden Besprechungskreises gelöst und mehr oder weniger ihre angestammten Positionen in besagt bekannter Formation eingenommen, ließ der Schiedsrichter dem eigentlichen Fußballgeschehen seinen Lauf und Pfiff die Partie an. Die ersten Minuten des Spiels verliefen zum Bedauern der, aufmerksam den Start der Partie beobachtenden, Reservespieler nicht nur gewohnt holprig, sondern desaströs. So gelang den in zartem himmelblau gedressten St. Petersbergern vom Anstoß weg eine nahezu ununterbrochene, einem Schweizer Uhrwerk gleichende, Ballstafette, deren bitteres Finale das ungestört, legere Einschieben des Spielgerätes zum eins zu null Führungstreffer der balltreibenden Mannschaft darstellte. Während der sportliche Leiter des zunächst sichtlich geschockten Teams Spirit and Friends jenen klassischen Fall eines Fehlstartes am Getränkestand verpasste und erst auf Nachfrage über die Ernsthaftigkeit der Lage informiert wurde, ging ein ungeahnter Ruck durch das Team. Mannschaftstreue Zuschauer, die in jenen Situationen unnötiger Gegentore zunehmende Unsicherheit, fehlende Anspannung und mangelnde Körpersprache der Spieler gewohnt waren, erlebten zu diesem frühen Zeitpunkt des Spiels einen richtungsweisenden Moment, der sich als einer jener “Na-dann-scheiß-drauf-jetzt-lass-uns-einfach-Fußball-spielen-und-Spaß-haben-Momente” erweisen sollte. Im Anschluss gelang es den Feldspielern den zuvor zwar mehr als oft verlangten, aber stets vermissten Spirit in ein von Euphorie befeuertes Offensivspiel umzumünzen. Aus der Abwehr Heraus spielten Florian und Fritz nun immer häufiger selbstbewusste Pässe auf den erst zum zweiten Mal agierenden Mittelfeld Regisseur Andrew, der die Bälle mit seiner für das Team so wichtigen, stoischen Ruhe scharfsinnig verwertete und einfallsreich weiterleitete. Auf den Flügeln ließen sich anschließend immer wieder Passkombinationen bewundern, die denen des Gegners in nichts mehr nachstanden. Kapitän und Coach Robert sah sich kurzerhand ermächtigt, nun doch die gewohnte Formation

 

zwar nicht gänzlich umzustellen, jedoch durchaus offensiver zu interpretieren, indem er seine rechte Position in der dreier Abwehrkette phasenweise gänzlich in die Gegnerische Hälfte verlagerte. So kam es folglich durch den ambitioniert vorgetragenen Angriffsfußball zu einigen durchaus gefährlichen Strafraumszenen vor dem Tor der St. Peterseberger. Der Ausgleich lag für alle Anwesenden deutlich spürbar in der Luft, war aber letztlich vom Fußballgott leider schlichtweg nicht vorgesehen. Zunächst gänzlich verzückt vom Auftreten seiner Mannschaft musste der sportliche Leiter an der Seitenlinie im weiteren Verlauf der Partie doch etwas ernüchtert feststellen, dass ausgerechnet das schwerwiegendste Manko seiner Truppe nicht abgestellt werden konnte. Gegentore die unnötiger nicht sein können. Er musste mit ansehen, wie der Gegner die Angfrissbemühungen mit gekonnten Nadelstichen zu unterbrechen wusste und zu seinem Entsetzen mit genickbrechender Zielsicherheit darüber hinaus in der Lage war, aus Chancen Tore zu machen. Spielstand zur Pause: null zu vier.

Die zweite Hälfte glich der ersten dahingehend, dass Spirit völlig unbeeindruckt von Spielstand und Tabellenplatz mit hochgeklapptem Visier das Heil in offensivem Kombinationsfußball suchte, wie es ihn einst in Europa nur im Camp Nou unter Pep Gardiola zu bestaunen gab. Der Unterschied zu Halbzeit waren die Tore. So resultierte fünf Minuten nach Wiederanpfiff aus einer makellosen Ballstafette gefolgt von einer messerscharf getretenen Flanke des nunmehr ausschließlich als Rechtsaußen fungierenden Spielertrainers Mayer der umjubelte, lang überfällige Anschlusstreffer. Fritz hatte seine Position im Defensivverbund verlassen, drang zur Überraschung aller vehement in den 16er der St. Petersberger ein und vollendete elegant mit der Hacke. Als der Toptorschütze B.G. kurze Zeit später nach einer Ecke in gewohnter Eiseskälte zum 2:4 einschob, wuchs die Verunsicherung der gegnerischen Mannschaft spürbar und die Hoffnung der Friends keimte. Das Visier nun als hochgezogen zu bezeichnen wäre untertrieben, vielmehr wurde der ganze Helm abgenommen, was letztlich der bis dahin kaum geforderte Keeper schmerzlich zu spüren bekam. Immer öfter tauchte der sehr agile Stürmer der Himmelblauen frei vor Ahmed auf. Seine Paraden ebenso unkonventionell wie effektiv. So rettete er gleich zweimal kurz hinter einander in höchster Not, idem er sich furchtlos mit dem Bauch in die stramm getretene Vollspannstöße des besagten Stürmers warf und so sein Team im Spiel hielt. Da sich aber an der Abschlussschwäche von Team Spirit bis zum Abpfiff nichts änderte, blieb es bis zum Ende zwar spannend, jedoch ohne weiteren Torerfolg auf beiden Seiten. Endstand: 2:4. Anwesende Euphemisten werteten das Ergebnis, wahrscheinlich aufgrund des ersten Auftritts der laufenden Saison an dem Fußball gespielt und nicht zerdacht wurde, als Unentschieden.

 

Zenit St. Petersberg

Tore
0
0
Eigentore
0
0
Gelbe Karten
0
0
Gelb-Rote Karten
0
0
Rote Karten
0
0
Punkte
0
0

Start Ende